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Shekina - Gottes herrliche Gegenwart

  • Autorenbild: Arise Germany
    Arise Germany
  • 18. März
  • 3 Min. Lesezeit

Das hebräische Wort ‚Shekina‘ steht für Gottes herrliche Gegenwart. Als Wort kommt ‚Shekina‘ nicht in der Bibel vor, es wurde in den Jahrhunderten nach Christus im rabbinischen Judentum entwickelt. Doch Begriffe mit demselben Wortstamm von ‚Shekina‘ kommen vor, wie zum Beispiel das Verb ‚Shakan‘ mit der Bedeutung ‚wohnen, sich niederlassen‘. Oder das Substantiv ‚Mishkan‘ als Übersetzung für einen generellen Wohnort, und als Bezeichnung für die Stiftshütte: Ort der Begegnung mit Gottes Gegenwart im Alten Testament, bevor Salomo einen Tempel erbaute.


Nachbau der Stiftshütte im Süden Israels

 

Vergleichbar ist ‚Shekina‘ mit ‚Dreieinigkeit‘ in dem Sinne, dass der Begriff selbst nicht in der Bibel erscheint, aber das Konzept sich in den Büchern des Alten und Neuen Testaments wiederfindet. Dieses Konzept der herrlichen Gegenwart Gottes taucht an einigen Stellen auf, hier ein paar Beispiele: Die Shekina-Herrlichkeit bedeckte den Berg Sinai, als Mose das Gesetz von Gott empfing (2 Mose 24:16-17); sie erfüllte die Stiftshütte (2 Mose 40:34); die Shekina begleitete die Israeliten durch die Feuer- und Wolkensäule in der Wüste (2 Mose 40:36-38) und erfüllte Salomos Tempel bei der Weihzeremonie (1 Könige 8,11-13).

Spezifisch wurde die Shekina hier lokalisiert: auf dem „Gnadenthron“ (Sühnedeckel) zwischen den Cherubim auf der Bundeslade im Allerheiligsten. Für mehr Informationen zum Sühnedeckel haben wir eine spannende Podcast-Folge.

 

Ins Allerheiligste (Kodesh haKodashim) hinein durfte nur der Hohepriester. Alleine, einmal im Jahr, nämlich am Versöhnungstag (Yom Kippur), dem wichtigsten biblischen Feiertag. Dem Hohepriester wurde ein Seil ums Bein gebunden. Warum? Falls er nicht zu 100% mit reinem Herzen in Gottes Shekina trat, wäre er tot umgefallen und man hätte ihn per Seil rausziehen müssen.

Interessant ist, dass diese Shekina hier auf Erden für lange Zeit räumlich beschränkt schien. Sie kam und ging, wie zum Beispiel in Hesekiel 43 beschrieben: „Da kam aus dem Osten die Herrlichkeit des Gottes von Israel. Sie klang wie das Rauschen von gewaltigen Wassermassen. Und die Erde erstrahlte von seiner Herrlichkeit. Und die Herrlichkeit des HERRN zog durch das Osttor in den Tempel ein.“ Oder bei der Weihzeremonie des Tempels: „Und es geschah, als die Priester aus dem Heiligen hinausgingen, da erfüllte die Wolke das Haus des HERRN; und die Priester konnten wegen der Wolke nicht hinzutreten, um den Dienst zu verrichten; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.“ (1 Chronik 8:11)

Im Hinblick auf diese phänomenalen Beschreibungen der Herrlichkeit Gottes kommt einem vielleicht nicht als erstes Jesus in den Sinn. In Armut in einem Stall geboren, in einer Flüchtlingsfamilie aufgewachsen. Doch erwähnt Johannes 1:14 den griechischen Begriff "skénoó", der dem hebräischen Begriff "shakan" sehr ähnlich ist. Der Begriff "skénoó" meint wörtlich "zelten" und gibt die genaue Bedeutung dessen wieder, was Johannes in Vers 14 darstellen wollte. „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Einzigen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

Über unseren Herrn Jesus steht im Kolosserbrief 2:9, dass „in Christus die ganze Fülle des Göttlichen greifbare Realität geworden ist und sich mit ihm verbunden hat. Und ihr seid durch eure Einheit mit Christus damit erfüllt.“

 

Jerusalem, Ort der damaligen Tempel und von Jesu Tod und Auferstehung

 

Als Jesus am Kreuz starb, riss der Tempelvorhang zum Allerheiligsten von oben nach unten. Die Shekina im Allerheiligsten ist nicht mehr hinter bestimmten Gesetzen und Ritualen verborgen. Als Jesus-Nachfolger haben wir diese wundervolle Zusage: „Wo sich nämlich zwei oder drei in meinem Namen versammelt haben, da bin ich in ihrer Mitte“ (Matthäus 18:20). Und „wir sind der Tempel des lebendigen Gottes“ (2 Korinther 6:16).

Obwohl es jetzt keine spezifischen Gesetze und Rituale bezüglich der Shekina gibt, denke ich, dass zwei Herzenshaltungen trotzdem zentral sind: zuerst eine Sehnsucht, ein Hunger und Verlangen nach Gottes Gegenwart. Und zweitens eine Demutshaltung und Ehrfurcht, wie es zum Beispiel der römische Hauptmann oder König Salomo äußerten. „Herr, mach dir nicht die Mühe, in mein Haus zu kommen, denn eine solche Ehre verdiene ich nicht. Ich bin nicht einmal würdig genug, selbst zu dir zu kommen.“ (Lukas 7:6-7)

„Aber wird Gott tatsächlich auf der Erde wohnen? Der höchste Himmel kann dich nicht fassen – wie viel weniger dieses Haus, das ich errichtet habe!“ (2 Chronik 6:18)

 
 
 

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